neunvoltblog


Januar 31, 2003
Schwere Unterhaltung. Einer für die Filmfreaks. Wer es noch nicht kennt: Filmwise. Mächtig cool und sehr unterhaltsam. Mögen Eure Köpfe rauchen!


Leichte Unterhaltung. Ich war im Kino. Star Trek - Nemesis. Kann man sehen, muss man aber nicht. Mit den Filmbewertungen von TV Spielfilm ging ich ja über weite Strecken konform. Aber heute abend kommen Der Pate 3 und The Game, und TV Spielfilm macht "Dirty Dancing" zum Tipp des Tages. Manchmal muss ich mich doch wundern.


Januar 30, 2003
Rundschreiben. Das ging gerade per Mail durch die Firma:


Auf einer Propaganda-Tournee durch die USA besucht Präsident George W. Bush eine Schule und erklärt dort den Schülern seine Regierungspolitik. Danach bittet er die Kinder, Fragen zu stellen. Der kleine Bob ergreift das Wort:
Herr Präsident, ich habe drei Fragen:
1. Wie haben Sie, obwohl Sie bei der Stimmenauszählung verloren haben, die Wahl trotzdem gewonnen?
2. Warum wollen Sie den Irak ohne Grund angreifen?
3. Denken Sie nicht, das die Bombe auf Hiroshima der grösste terroristische Anschlag aller Zeiten war?
In diesem Moment läutet die Pausenklingel und alle Schüler laufen aus dem Klassenzimmer. Als sie von der Pause zurückkommen, lädt Präsident Bush erneut ein, Fragen zu stellen, und diesmal ergreift Joey das Wort:
Herr Präsident, ich habe fünf Fragen:
1. Wie haben Sie, obwohl Sie bei der Stimmenauszählung verloren haben, die Wahl trotzdem gewonnen?
2. Warum wollen Sie den Irak ohne Grund angreifen?
3. Denken Sie nicht, das die Bombe auf Hiroshima der grösste terroristische Anschlag aller Zeiten war?
4. Warum hat die Pausenklingel heute 20 Minuten früher geklingelt?
5. Wo ist Bob???


Januar 29, 2003
Wenig los. Falls doch ab und an mal jemand hier rein schaut und sich über die wenigen Einträge wundert: Zur Zeit passiert irgendwie nix Erwähnenswertes. Naja, vielleicht doch: Ich habe zwei Bücher gelesen. Zum einen Herzsprung von Ildiko von Kürthy, der "Mondscheintarif"-Autorin. Ganz lustig, aber Mondscheintarif war besser. Zum anderen Verrückt in Alabama von Mark Childress. Heftiges Buch. Der Klappentext liest sich recht harmlos. Das Buch ist jedoch nix für Zartbesaitete. Aber stellenweise ganz lustig. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass es bereits verfilmt wurde, und zwar 1999. Was mich etwas wunderte, denn das war eine Zeit, wo ich sehr oft im Kino war und eigentlich glaubte, über alle Filme informiert zu sein. Man lernt nie aus. Ich weiss noch gar nicht, ob ich ihn überhaupt sehen will, denn in den allermeisten Fällen ist es ziemlich enttäuschend, erst das Buch zu lesen und dann den Film zu anzuschauen.


Januar 26, 2003
Kampf der Titanen. Heute: Aldi vs. Norma. Im Test: sogenanntes Premium-Joghurt. Desira (Aldi) gegen Finissimo (Norma).
1. Desira Kiwi: sieht auch auf den zweiten Blick aus wie Remuladensauce. Schmeckt säuerlich.
2. Desira Mango: geschmacklich ok, aber die Fruchtstückchen beissen sich wie Gummi.
3. Desira P4sich: schmeckt etwas "naturidentisch" (also künstlich).
4. Desira Erdbeer: cremig, aber etwas herb. Wers mag. Der beste Desira Joghurt.
5. Finissimo Erdbeer: nicht so cremig wie Desira Erdbeer, schmeckt aber harmonischer.
6. Finissimo P4sich-Maracuja: cremig, knackige Fruchtstückchen.
7. Finissimo Ananas: dito
8. Finissimo Kirsch: schön "kirschig". Kirschjoghurt schmeckt ja immer etwas künstlich, der Finissimo gehört aber zu den besten.
Ergebnis: 4:0 für Norma!


Januar 23, 2003
Wunder der Technik. Habe zusammen mit einem Freund, der sich etwas auskennt, versucht, bei einem alten PC das Windows 98 neu aufzusetzen. Wir haben viel gelacht. Sind allerdings keinen Schritt weitergekommen. "DOS-Modus" ist das genaue Gegenteil von "intuitiv". Startdiskette! Was für ein Wahnsinn. Ich kann nicht verstehen, dass sich heutzutage noch so viele Leute diesen Mist kaufen und noch nicht mit wehenden Fahnen ins Mac-Lager "geswitcht" sind. Ich liebe meine Macs und brauche solche Erlebnisse hin und wieder, um mein Weltbild zu kalibrieren.


Januar 21, 2003
Erholung. Scary Movie. Star Trek - Der Aufstand. Hollow Man. Shang-High Noon. Road Trip. X-Men. 3 Engel für Charlie. Nur noch 60 Sekunden. Der Staatsfeind Nr. 1. Shaft. Inspektor Gadget. Rush Hour u.v.m. Ein Freund löst seine Videosammlung auf und ich habe einen Bananenkarton voller Cassetten hier rumstehen. Was ein Glück, dass ich diese Woche Zwangsurlaub habe (von der Firma angeordnetes Resturlaub-Abbummeln). Heute war ich sogar aus dem Haus. Ich habe das milde Wetter genutzt, um mit der Honda zum TÜV zu fahren. Jetzt ziert ein hübscher (und schweineteurer) rosafarbener Aufkleber das Kennzeichen. Ach ja, das erste selbstgemachte Brot (ein Weissbrot) ist gut gelungen und wurde bereits restlos verzehrt.


Januar 18, 2003
Lebensart. So, ich habe jetzt einen Brotbackautomaten am Start. Bin gerade dabei, mein erstes Brot zu machen. Der Apparat werkelt in der Küche vor sich hin. Ich bin gespannt!


Januar 15, 2003
Trick 17 mit Selbstüberlistung. Die Mobi-Card gilt 31 Tage. Früher hab ich mir die neue immer einen Tag nach Ablauf der alten gekauft. Ein Geizistgeil-Kumpel machte mich darauf aufmerksam, dass man die Mobi-Card immer mittwochs kaufen muss, da sie dann freitags ausläuft und aufgrund der Bestimmungen des VGN bis Montag mittag gilt. Man muss also nur zwei Tage ohne Fahrkarte überbrücken, bis ab Mittwoch wieder die neue gilt. Gesagt, getan. Ich dachte: fährst du halt zwei Mal mit dem Auto in die Arbeit. Ärgerlich nur, dass das ausgerechnet die einzigen zwei Tage in diesem Winter mit wirklich nennenswertem Schneefall waren.


Januar 13, 2003
Schneemalör. Selbst ich als Winterhasser kann mich manchmal nicht ganz den optischen Reizen entziehen, die eine verschneite Landschaft bietet. Nur warum muss sich jedes Arschloch ins Auto hocken und beim totalen Schneechaos (nicht mal mehr die Strassenbahn ist gefahren) rumfahren bzw. stehen und die Leute, die von der Arbeit nach Hause wollen, behindern? Der Soundtrack zum Heimfahren: Kyuss - Welcome To Sky Valley und Filter - Title Of Record. Ja, 2 CDs. Für 5 Kilometer. Da wäre ich schneller heimgelaufen! Naja, nicht so warm. Und ohne Musik.


Januar 12, 2003
Makaber. Mehrere Leute glauben, einen Toten auf dem Gewissen zu haben, und bei dem (oft vergeblichen) Versuch, die Leiche zu beseitigen, treten die aberwitzigsten Verwicklungen auf. Das ist der Stoff, aus dem einige der lustigsten Komödien überhaupt entstanden sind:

Immer Ärger mit Harry, USA 1955, mit Shirley MacLaine

Jo-Hasch mich, ich bin der Mörder, Frankreich 1971, mit Louis de Funčs

Eine fast anständige Frau, USA 1990, mit Kirstie Alley

Drei Chinesen mit dem Kontrabass, Deutschland 2000, mit Jürgen Tarrach

Verwandtes Thema, aber auch sehr lustig:
Arsen und Spitzenhäubchen, USA 1942, mit Cary Grant

Immer Ärger mit Bernie, USA 1992, mit Andrew McCarthy.


Januar 11, 2003
Phänomen. Kleiderbügel. Die werden einem ja von der Kassiererin abgenommen, wenn man ein Kleidungsstück kauft, welches auf einen Kleiderbügel gehört. Auch wenn man sagt, man brauche den Kleiderbügel. Jetzt hat man ein Problem, man muss sich Kleiderbügel besorgen. Der Händler hat auch ein Problem: wohin mit den ganzen Kleiderbügeln, die die Kassiererinnen den Kunden abgenommen haben? Der Händler packt sie in einen grossen Karton und stellt diesen vor seinen Laden, damit vorbeikommende Leute sie mitnehmen. Da kann man dann Wiedersehen feiern mit den Kleiderbügeln, die einem die Kassiererin abgenommen hat. So funktioniert Recycling!


Januar 10, 2003
Standpunkt. Hab ich aus einem Forum geklaut:
"Meine Damen und Herren,

haben Sie sich denn überhaupt schon an die neue Zeitrechnung gewöhnt?
Früher sagte man vor Christi Geburt, nach Christi Geburt... heut sagt
man vor den Anschlägen, nach den Anschlägen.

Es ist doch in den Nachrichten, immer wieder "Der erste Besuch von
Präsident Putin in den USA - nach den Anschlägen.", "Die erste
Welthandelskonferenz - nach den Anschlägen".

Wie war ihr erstes Bier nach den Anschlägen?

Ich mein, wer wird den Tag jemals vergessen, der 11. September, was
für ein Datum? Ein schöner Dienstag war das, der 11. September 1973.

Salvador Allende, der demokratisch gewählte Präsident Chiles, wurde
vom amerikanischen Geheimdienst aus dem Amt geputscht. 3000 tote
chilenische Demokraten -- sie erinnern sich doch alle, die
Menschenketten bei uns, die Spendenaktionen. Die hatten ja damals
alle keine Lebenensversicherung.

Ersetzt wurde Salvador Allende damals durch eine faschistische
Militärregierung unter Augusto Pinochet; den kennen sie aber noch!?
Ein *ausgewiesener* Menschenrechtsexperte.

Augusto Pinochet war für Chile das, was heute für Afghanistan die
Nord-Allianz ist. Die Amerikaner hatten bei der Auswahl ihrer
Verbündeten immer ein geschicktes Händchen, man kann das nicht anders
sagen.

Ja, ich weiß auch, der Kanzler hat gesagt, man soll hier nicht in
einen oberflächlichen Anti-Amerikanismus abgleiten ... aber .. meiner
ist gar nicht oberflächlich.

Ich habe auch gar nichts gegen Amerika, wirklich! Das ist ein
wunderbares Land, wirklich, das Problem sind die Menschen, die da
leben.

Die Gemütsverfassung des Durchschnitts-Amerikaners ist mit "naiv"
sehr wohlwollend umschrieben. Von der Welt wissen die Amerikaner so
gut wie gar nichts. Im Grunde wissen die Amerikaner von der Welt nur
eins: Wir sind die Guten!

Egal was passiert, es sind immer die Guten und das ist ja auch 'ne
schöne Sache. So ein einfaches Weltbild ist 'ne prima Sache. Das
kennen sie noch aus den Zeiten des Feminismus!?

Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.

Jahrzehntelang war für die Amerikaner die ganze Sache sehr einfach:
das Reich des Bösen war leicht zu finden, das lag im Osten, die
Sowjetunionon.

Der Kommunismus wurde bekämpft, an allen Fronten, man hat Bollwerke
aufgebaut -- zum Beispiel in Persien.

Man hat den Schah von Persien -- damals ein junger, aufstrebender
Diktator -- den hat man aufgerüstet, bis der Schah von Persien -- der
hatte ja immer flotte Frauen am Start -- bis der die viertgrößte
Armee hatte; als Bollwerk gegen den Kommunismus.

Als Dank dafür, hat der Schah von Persien dann seine eigene
Bevölkerung deermaßen geknechtet, geknebelt und ausgeblutet, daß die
armen Perser sich irgendwann in völliger Verzweiflung hinter einen
religiösen Führer geschart haben: Ayatollah Khomeni.

Ihre einzige Chance, den Diktator loszuwerden. Eine Millionen Perser
auf der Straße vor der viertgrößten Armee der Welt: "Schießt doch!
Schießt doch! Was wollt ihr machen? Schießt doch!"

Die Armee hat sich zurückgezogen, der Schah von Persien mußte
fliehen, zusammen mit Farah Diba, einem Köfferchen und ein bißchen
Geld -- ab in die USA.

Die Perser waren sauer; die Amerikaner hatten bis zuletzt zum Schah
gehalten. Die Amerikaner ware sauer; ihre wunderbaren Waffen waren
Ayatolla Khomeni in die Hände gefallen.

Ein islamistischer Fundamentalist! Da waren die Iraner plötzlich die
Bösen. Da haben die Amerikaner gesagt, jetzt müssen die bekämpft
werden. "Wer kann für uns die Iraner bekämpfen?" -- die machen das
nicht gerne selber, die Amerikaner.

Da haben sie einen sympathischen jungen Mann gefunden, der hieß
Saddam Hussein. Der wohnte gleich um die Ecke. Da haben sie gesagt,
paß mal auf, Hussein -- auch ein aufstrebender, junger Diktator
damals -- Hussein: wir rüsten dich auf, du marschierst im Iran ein
und klaust dem Khomeni ein paar Ölquellen.

Gesagt, getan, der Hussein da rein; ist nicht weit gekommen; die
Iraner haben sich gewehrt. Zehn Jahre lang: erster Golfkrieg. Wir
waren neutral -- wir haben beide Seiten mit Waffen beliefert.

Hussein hat irgendwann aufgegeben, hat gesagt ich sehe das ein, ich
komme da nicht weiter, hat sich in den Irak zurückgezogen -- waren
die Amerikaner wieder pampig, ne, kuck mal der Schlappschwanz.

Hat der Hussein gesagt: Okay, dann hole ich mir die Ölquellen in
Kuwait, da kommt man ja auch leichter rein. Da waren die Amerikaner
wieder sauer: Moment mal Freundchen, welches Land du überfällst, das
bestimmen immer noch wir!

Der Hussein wußte gar nicht was los war. Sie müssen sich das
vorstellen: Der Mann hatte sich einfach umgedreht, war mit seinen
Truppen wieder losgezogen und plötzlich war er das Arschloch; da
wurde der Hussein bekämpft.

Die Russen wurden auch in Afghanistan bekämpft von den Amerikanern.
Die Russen hatten Afghanistan besetzt -- sie erinnern sich:
Olympiaboykott 1980, da haben die Amerikaner gesagt: "Was haben die
Russen in Afghanistan zu suchen? Die müssen da raus! Wer kann das für
uns machen?" Da haben wieder einen sympathischen, jungen Mann
gefunden, der hieß Osama Bin Laden.

Den hat man ausgerüstet, seine Kumpels, die Mujahedin, wurden
trainiert, dann hat man gesagt: "Paß mal auf: Du gläubiger Moslem,
wir gläubige Christen. Wir werden die gottlosen Russen aus dem Land
treiben."

Osama Bin Laden und seine Mujahedin haben gekämpft zehn Jahre lang.
Ganz Afghanistan war am Ende in Schutt und Asche, aber die Russen
haben sich zurückgezogen.

Die Amerikaner haben gesagt: Super Mann, der Osama Bin Laden und
seine Mujahedin; tolle Kämpfer! Die Russen sind draußen. Euer Land
sieht zwar Scheiße aus, das geben wir zu, aber es ist ja nicht unser
Land, es ist Afghanistan -- viel Spaß damit! Und die Amerikaner sind
wieder nach Hause gegangen.

Dann begannen in Afghanistan die ersten Bürgerkriege. Die berühmte
Nord-Allianz, ja?, die war nämlich von '92 bis '96 schon ein mal an
der Macht in Kabul -- aus der Zeit stammen die ganzen Gebäudeschäden
da.

Das ist überhaupt keine Allianz. Das sind Räuberbanden! Die bekämpfen
sich am liebsten untereinander! Das sind Clan-Chefs, die haben
Truppen um sich geschart. Die wechseln die Seiten, sobald sie sich
einen Vorteil davon versprechen.

Sie müssen sich die Nord-Allianz wie so eine Art bewaffnete F.D.P.
vorstellen.

Natürlich waren die Anschläge in Amerika furchtbar, das muß man ja
wohl nicht immer wiederholen. Und wie immer, wenn das Entsetzen so
groß ist, daß einem wirklich die Worte fehlen, dann ist gleichzeitig
kein Mangel an hohlen Phrasen aus noch hohleren Köpfen.

"Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war.", ne? Mein Kanzler in
Höchstform. "Jetzt sind wir alle Amerikaner!".

Ich habe schon Probleme genug damit, Deutscher zu sein, ich sage es
ihnen ganz ehrlich!

Und einmal in Fahrt faselte unser Kanzler dann noch von der
"uneingeschränkten Solidarität", und Angela Merkel hat noch einen
draufgesetzt.

Merkel hat in einer Pressekonferenz gesagt: "Solidarität heißt, im
Zweifelsfall zu allem bereit zu sein." -- und das habe ich immer
befürchtet, daß die Frau zu allem bereit ist, meine Damen und Herren.

Statt "Helm ab zum Gebet" heißt es jetzt "Hirn ab zur Solidarität",
oder was?

Wieso denke ich jetzt bei "Hirn ab zur Solidarität" an Israel?

[Stille im Publikum]

Oha, ich merke schon, das geht gar nicht -- das kann man jetzt als
Deutscher nicht mehr machen. Ich weiß, Antiamerikanismus geht im
Zweifelsfall gerade noch durch, aber Anti.... ja, sie denken doch
auch sofort an Antisemitismus, oder? Ich sehe es ihnen doch an.
Können sie mir bitte mal erklären, was die Kritik an der Politik des
Staates Israel mit Antisemitismus zu tun hat?

Auch viele Juden sind doch völlig entsetzt über das, was die
israelische Regierung da tut. Ariel Scharon hat mindestens soviel
Dreck am Stecken wie der Yassir Arafat. Wenn die israelische Armee in
den palästinensischen Gebieten mutmaßliche Terroristen einfach so
hinrichtet, oder wenn sie 14 jährige, steineschmeißende Jungs tötet
-- da hat der Möllemann natürlich völlig recht, wenn er das
Staatsterrorismus nennt.

Und es ist furchtbar genug, daß sich nur ein Politik-Clown wie
Möllemann traut, so etwas in Deutschland zu sagen.

Als Deutscher dürfen sie das nämlich gar nicht. Als Deutscher dürfen
sie für die Vorgehensweise der israelischen Armee in den
palästinensischen Gebieten nur Verständnis äußern; sie dürfen auf
keinen Fall die Wahrheit sagen, sonst haben sie direkt Michel
Friedmann am Hals -- und dann wirds klebrig.

Ich sagen ihnen: der Kanzler färbt, aber Friedmann fettet.

Ganz ehrlich. Ich muß ihnen ehrlich sagen, ich werde es Paul Spiegel
und Michel Friedmann im Leben nicht verzeihen können, daß die mich
nach fast 20 Jahren dazu gebracht haben, Jürgen W. Möllemann
öffentlich in Schutz nehmen zu müssen -- das kann ich nicht
verzeihen."

---
Volker Pispers, Kabarettist "Amerika 911"


Januar 09, 2003
Hasstirade der Woche. Post! Ihr könnts nicht lassen, oder? Vorgeschichte: Alle paar Monate nehme ich den Schuhkarton, in dem ich meine ganzen Rechnungen, Bankauszüge etc. verwalte, sortiere den ganzen Kram und hefte ihn in diversen Ordnern ab. Dabei habe ich ein paar alte Briefmarken ohne Euro-Wert gefunden (7 x 110, um genau zu sein). Ich also aufs Postamt.

Ich: "Ich möchte diese Marken in Euro-Marken umtauschen!"

Beamtin: " Das machen wir hier nicht, die müssen sie einschicken!" und drückt mir ein Kuvert und ein mehrfarbiges Hochglanzfaltblatt in die Hand.

Und das ist allerdings der Hammer. Da soll man die Marken einzeln nach Wert aufsteigend sortiert aufkleben. Auf ein Formular, das auf extra schwerem Papier gedruckt ist. Das Ganze muss dann mit 1,44 EUR frankiert nach Frankfurt geschickt werden. Gehts noch komplizierter? Hallo ihr Post-Schwachmaten: Mit dem Erwerb von Briefmarken habe ich für eine Leistung bezahlt, die ich aber noch nicht in Anspruch genommen habe. Natürlich steckt da System dahinter, schon klar. Ich glaube, ohne die ganzen Briefmarkensammler hättet Ihr Euren Laden schon längst dichtmachen können.


Januar 08, 2003
Scheisswetter! Wenn mich in einer Umfrage angeben müsste, was mich an Deutschland am meisten stört, dann liegt eine Antwort mit Abstand vorn: das Wetter. Was nützt mir Sonnenschein, wenn es dennoch so lausig kalt ist, dass man vom blossen Aufenthalt im Freien Schmerzen bekommt? Schöne Aussichten, wenn man genau weiss, dass die Erkältung bis März nicht mehr richtig weggeht. Jede Art der Fortbewegung wird sehr unangenehm, sogar mit ÖPNV. Dann liegt auch noch so schneeartiger Dreck rum. Schnee ist wie ein Ferrari: aus der Distanz betrachtet ganz hübsch, aber haben will ich keinen, da im Alltag völlig unbrauchbar. Spielzeug für Sportler und Freaks eben. Ich bin zwar froh, dass ich einen Job habe, aber als ich im Winter vor zwei Jahren arbeitslos war und als eine Kältewelle angekündigt wurde, habe ich Vorräte eingekauft und die Wohnung erst wieder verlassen, als es wieder wärmer wurde. Für die Zukunft sehe ich zwei Möglichkeiten: zuhause arbeiten oder in den Süden auswandern.


Januar 07, 2003
Versuch und Irrtum. Habe gestern beim Versuch Trockenespresso herzustellen die Dichtung der Espressomaschine verkohlt. Bäh, in der ganzen Bude hats nach verbranntem Gummi gestunken. Und es ist ganz erstaunlich, wie lange man kaltes Wasser über das heisse Aluminium laufen lassen muss, bis es nicht mehr zischend verdampft.


Januar 06, 2003
Nachbereitung. War gestern auf einer Geburtstagsfeier. Bouh. Heute mach ich deshalb garnix (in Bayern ist Feiertag), ausser Mazzy Star und 50er-Oldies hören.


Januar 05, 2003
Seuchenbezirk. Jetzt sitze ich also hier. Mit meiner Erkältung. Draussen hats geschneit, um meine Stimmung noch weiter zu drücken. Ein guter Anlass, mal über eine weit üblere Krankheit zu sprechen, die Deutschland mittlerweile so flächendeckend im Griff hat, dass sie von vielen nicht mal mehr als solche erkannt wird: die Eurokennzeichen. Was mag die Ursache sein, so eine granatenhässliche Scheisse auszubrüten? Dummheit? Menschenhass? Tatsache ist: Wenn bei uns (ich bin gelernter Druckvorlagenhersteller) im ersten Lehrjahr einer beim Schriftenmalen einen solchen Entwurf abgeliefert hätte, der wäre fristlos entlassen worden. Wenn ich mir vorstelle, dass der Täter dafür wohl auch noch Geld bekommen hat...man hätte ihm lieber die Hände abhacken sollen. Wahrscheinlich gab es einen Wettbewerb, welche Nation die unansehnlichsten Autokennzeichen hat. Gratuliere, Deutschland. Dieser Titel dürfte Dir nie mehr zu nehmen sein.


Januar 04, 2003
Unwetter. Habe gerade einen Spaziergang ums Karree gemacht. Ist wahrscheinlich gar nicht gesund, so mit Erkältung. Habe Bilder vom Hochwasser geschossen. Wenn es weiter so schüttet, wird das Wasser noch weiter steigen. Immerhin ist die Temperatur für die Jahreszeit echt angenehm. Ein Temperatursturz wäre jetzt fatal. Das habe ich mal Ende der 80er in Donauwörth erlebt: Februar, ein paar warme Tage, Schneeschmelze, Hochwasser. Dann Temperatursturz, und überall lagen wochenlang die Eisplatten auf den Wegen, statt dass das Hochwasser einfach abfliesst. Aufgeweichte Böllerreste sehen genau wie Hundekacke aus. Kostet echt Überwindung, da draufzutreten. Wenn nun ein besonders gemeiner Hundebesitzer seinen Köter mitten in die...mag gar nicht dran denken. Geh ich eben aussen rum. Hundebesitzer und Jogger waren auch die einzigen, die ausser mir unterwegs waren. Wie kann man nur bei so einem Mistwetter joggen?


Januar 03, 2003
Mist. Da kommt über Weihnachten tagelang nur Mist im TV und dann kommt "eXistenZ" und "Meschugge" fast gleichzeitig. Habe mich für eXistenZ entschieden, weil ich Meschugge schon im Kino gesehen habe. Minh-Khai Phan-Thi nimmt an einer schlechten Werbekampagne teil. Gestern hab ich Tortellini gegessen, die schon seit ein paar Tagen abgelaufen waren. Blieb aber ohne Folgen. Dafür ist eine Erkältung im Anmarsch. Kurz vor dem Wochenende. Und obwohl ich ständig Mandarinen gegessen und frisch gepressten Osaft getrunken habe. Mist!


Januar 02, 2003
Back to Life. 1. Januar: kein Eintrag wegen is nich. Jetzt bin ich wieder fit und am Arbeiten. Nur eine Handvoll Leute da, angenehmes Arbeitsklima, kein Radio, sondern Trancenation. Galeerentakt. Da geht die Arbeit gleich nochmal so gut. Ansonsten: keine Vorsätze, wozu auch. Habe mal die letzten Einträge in meinem Blog durchgelesen. Ist ziemlich langweilig geworden. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Wahrscheinlich gut, wenn man sich nicht ständig über irgendwas aufregt.